Ist CBD-Öl in Deutschland legal? Rechtslage, Novel Food und Aromaöl
Bei CBD-Öl ist die Rechtslage für Käufer schwer zu überblicken. Dieser Artikel fasst zusammen, was Verbraucherschützer und Gerichte sagen, jeweils mit Quelle und Stand. Er ist keine Rechtsberatung.
CBD und Novel Food
Nach Angaben der Verbraucherzentrale (Stand 30. März 2026) gelten CBD-Produkte als neuartige Lebensmittel. Sie brauchen vor dem Verkauf eine Zulassung nach vorheriger Sicherheitsprüfung. Die Verbraucherzentrale fasst zusammen: CBD-Produkte sind als Lebensmittel derzeit nicht zugelassen.
Das Zulassungsverfahren bei der europäischen Lebensmittelbehörde EFSA war dort als ausgesetzt beschrieben. Für synthetisches CBD fiel die Sicherheitsbewertung laut Verbraucherzentrale negativ aus.
Was ist bei der EFSA neu?
Das Hanf Magazin berichtete am 20. Juli 2026 über einen positiven Entwurf eines EFSA-Gutachtens zum Antrag EFSA-Q-2020-00257. Nach dieser Darstellung ist der Entwurf noch nicht offiziell veröffentlicht. Eine positive wissenschaftliche Bewertung ist zudem keine Marktzulassung: Die Europäische Kommission und die Mitgliedstaaten müssen noch entscheiden, und jeder Hersteller müsste ein eigenes Dossier einreichen.
Als vorläufigen Wert nennt der Bericht eine EFSA-Einschätzung vom Februar 2026 von 0,0275 mg je Kilogramm Körpergewicht und Tag. Für Menschen unter 25, Schwangere, Stillende und Personen, die Medikamente nehmen, gelte die Sicherheit weiterhin nicht als belegt.
Was bedeutet Aromaöl?
Viele Anbieter verkaufen CBD-Öl als Aromaöl oder Kosmetik. Die Verbraucherzentrale stellt klar, dass solche Produkte nicht zum Verzehr geeignet sind. Sie nennt außerdem eine Einschätzung, wonach Produkte ohne oder nur mit geringer aromatisierender Wirkung keine Aromen im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1334/2008 sind.
Steht auf einer Produktseite sinngemäß "nicht zur direkten Einnahme oder als Lebensmittel vorgesehen", dann ist das die rechtliche Einordnung des Anbieters. Sie sagt nichts darüber aus, wie das Produkt tatsächlich verwendet wird. Wir bewerten, ob diese Einordnung offen genannt wird (Kriterium K5).
Was sagen Gerichte?
Laut Verbraucherzentrale haben mehrere Gerichte die Sicht der Behörden bestätigt. Das Verwaltungsgericht Köln stufte CBD-Tropfen als zulassungspflichtiges Arzneimittel ein. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg ordnete "CBD Öl Mundtropfen" als nicht sicheres Lebensmittel ein. Die Verbraucherzentrale schreibt, dass derartige Umdeklarierungen von den ersten Gerichten schon als Versuch gewertet werden, gesetzliche Regelungen zu umgehen.
Gesundheitsversprechen
Die Verbraucherzentrale hält fest, dass für CBD bisher keine ausreichende Wissenschaft vorliegt. Werbung für Nahrungsergänzungsmittel mit entsprechenden Aussagen sei nicht erlaubt. Auf dieser Seite findest du deshalb keine Aussagen zu Wirkung oder Nutzen.
THC und Betäubungsmittelrecht
Für THC gelten eigene Regeln, die wir hier nicht bewerten. Siehe dazu auch den Artikel CBD-Öl und THC. Bei konkreten Fragen wende dich an eine Anwältin oder einen Anwalt.
Häufige Fragen
Darf CBD-Öl als Lebensmittel verkauft werden?
Ist ein Aromaöl ein Lebensmittel?
Gibt es schon eine EU-Zulassung?
Quellen
- Verbraucherzentrale: CBD-Öl legal auf dem Markt? (Stand 30.03.2026)
- Hanf Magazin: CBD als Novel Food, erstes positives EFSA-Gutachten (20.07.2026)